Stadt Takamatsu (Shikoku)

japan

Präsentation

Takamatsu befindet sich im nördlichen Teil der Insel Shikoku, der südlichsten der vier japanischen Hauptinseln. Es ist eine Hafenstadt und gleichzeitig der am nächsten gelegene Hafen der Insel zur Nachbarinsel Honshu, auf der beide japanischen Metropolen (die alte, Kioto, und die neue, Tokio) liegen. Aus diesem Grund wurde Takamatsu schon immer als strategisch wichtig angesehen - sowohl von Freunden wie von Feinden. Im Mittelalter wählten die lokalen Feudalherren (Daymio) es als ihre befestigte Residenz – wodurch Takamatsu de facto zum Zentrum ihres  Machtbereichs wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt als bedeutender Industriestandort für kriegswichtige Produkte von der US-Militärregierung als wesentliches Ziel deklariert - und 800 Tonnen Brandbomben zerstörten fast 4/5 der Stadt. Nach dem Krieg wurde Takamatsu – nunmehr wieder aufgebaut und erweitert – zur Hauptstadt der Präfektur Kagawa. Heute ist die Stadt ein blühendes Zentrum mit Niederlassungen weltweit bedeutender Unternehmen.

Die stadt Takamatsu gehört zu der region Shikoku, zu der präfektur Kagawa und zu der distrikt Takamatsu.

Die stadt zählt Takamatsu erstreckt sich über 375,09 km² und zälht 419.212 Einwohner (Volkszählung von 2010) für eine Dichte von 1.117,63 Einwohner pro km².
Die Bürgermeister der stadt Takamatsu ist Hideto Onishi.
Der französische Name der stadt ist Takamatsu-shi, der englische Name der stadt ist Takamatsu.
Die Website von Takamatsu http://www.city.takamatsu.kagawa.jp

Points oder Interessen

Der Shikoku Pilgerweg

Eine Reise nach Japan ist eine einzigartige Gelegenheit, etwas wirklich Neues zu sehen. Viele der bekannten Sehenswürdigkeiten finden sich in japanischen Städten, so auch in Takamatsu. Es ist jedoch viel faszinierender, die traditionellen Stätten aufzusuchen, die Japan so zeigen, wie es seit Jahrhunderten war, und die den Geist seiner Philosophie bewahren. Wenn Sie über ein typisch orientalisches Bauwerk stolpern, das sofort an ein Märchenschloss erinnert und gemeinhin als „der 80. heilige Ort des Shikoku-88-Pilgerwegs“ bezeichnet wird, können Sie sicher sein, so etwas Traditionelles gefunden zu haben!
Das Konzept ist ganz einfach: Wählen Sie einfach 88 Tempel rund um die Provinz (die man allerdings erst einmal bauen musste!), nennen Sie sie einen Pilgerweg und schon strömen Tag für Tag, Jahr für Jahr viele Tausende von Menschen zwischen den Tempeln hin und her. Viele werden aus religiösen Gründen kommen, andere aus bloßer Neugier - was auch immer die Motivation der Pilger sein mag, sie bilden Teil eines kulturellen Phänomens.
Die Vielzahl der Tempel ist wirklich beeindruckend - im Aussehen wie im Zweck. Der Yakurigi-Tempel zum Beispiel wird von vielen besucht, die für ein erfolgreiches und profitables Geschäft beten!

Ein nationale Schönheit

Das Wort "Tempel" ist eins der ersten, die in den Sinn kommen, wenn man von Japan spricht – ein anderes ist vermutlich "Garten", denn typische Japanische Gärten werden überall auf der Welt als eine Oase der Schönheit und Ruhe angesehen – ob in Kalifornien oder in der letzten Ecke von Europa. Man kann man sich also vorstellen, wie bedeutend das Konzept in Japan selbst ist, und einige der Gärten in Japan sind bekannter als andere. Die wichtigsten Gärten sind mit dem Titel "Nationale besondere landschaftliche Schönheit" ausgezeichnet, und der Ritsurin Koen (was wörtlich Kastanienwäldchen bedeutet) in Takamatsu ist der größte dieser besonders ausgezeichneten Gärten. Er ist außerdem einer der sehr wenigen Orte in Japan, die vom Grünen Michelin mit drei Sternen - der höchsten Bewertung für Sehenswürdigkeiten – ausgezeichnet wurden.
Die sechs Teiche und dreizehn Hügel des Ritsurin sind so angelegt, dass sie den Berg Shiun als Hintergrundkulisse haben. Die Blumen in diesem Park verwelken nie und durch ihre enorme Vielfalt verändert sich die Landschaft buchstäblich mit jedem Schritt - ein fantastisches Konzept, das sich im Motto des Gartens "Ein Schritt - eine Landschaft!" widerspiegelt.
Es dauerte 120 Jahre, dieses atemberaubende Schmuckstück in Takamatsu zu erschaffen.

Hart wie ein Aji!

Japanische Gärten werden als "Schulen des Lebens" angelegt, um den Geist der Nation und ihrer Lebens-Philosophie zu reflektieren. Ruhige Kontemplation ist eine der tragenden Säulen der japanischen Philosophie und die Erkennung der eigenen Grenzen eine andere. Das japanische Konzept der Beobachtung beinhaltet sowohl das Erlangen von Wissen als auch die Erkenntnis, dass dieses Wissen niemals absolut sein kann und der Vorgang des Lernens nie abgeschlossen. Dies ist die Grundlage des berühmtesten philosophischen Schaffens in Japan, des Gartens der Steine, dessen 15 Steine niemals gleichzeitig zu sehen sind. Durch diese Art von Garten wurde der "Stein" als solcher zu einem wichtigen kulturellen Konzept in Japan.
Das Stein-Museum der Stadt Takamatsu basiert auf diesem Konzept. Es präsentiert die Geschichte der Herstellung der berühmten Aji-Ishi-Steine, die für eine Reihe von einzigartigen Eigenschaften bekannt sind. Die Steine zählen zu den härtesten der Welt, und ein Text, der in sie gemeißelt wurde, kann Jahrhunderte später immer noch gelesen werden. Nach dem Polieren beginnt der Aji zu glänzen und ein unnachahmliches schwarz-weißes Muster zeigt sich auf seiner Oberfläche.
Das Museum arbeitet mit Dioramen, um den Prozess Schritt-für-Schritt zu erläutern - vom Schneiden der Steine bis zur Bearbeitung, die ihnen ihre optimale Form gibt. Es gibt mehr als 1000 Exponate zum Anfassen – um das Ganze zu einer lebendigeren, praktischen Erfahrung zu machen.

Eine Burg auf dem Wasser

Sightseeing in Japan kann eine ungewöhnliche und vielleicht seltsame Erfahrung sein, denn unbewusst muss man viele bekannte Konzepte mehrfach neu definieren. Ein Garten voller Philosophie und Schönheit ist eine solche Gelegenheit, aber eine mittelalterliche Burg, die aussieht wie ein exotischer Wasservogel ist ein noch markanteres Beispiel. Die von  Chikamasa Ikoma, dem ersten Feudalherrn der Stadt erbaute Burg Takamatsu wurde sogar in einem Song als "über dem Meer in Sanuki" liegende Feste verewigt. Dabei sollte sie vor allem das sein, was man eigentlich von einer Burg erwartet, nämlich ein Bollwerk gegen die Feinde des Eigentümers. Ihre drei Wassergräben - dies ist eine von nur drei Burgen in ganz Japan, die durch tiefe Gräben geschützt sind - sind ein guter Beweis für diese Absicht. Die gute Sicht aus dem dreistöckigen Turm war ebenfalls für strategische Zwecke notwendig.
Doch die Zeiten haben sich geändert und heute ist das wesentliche Bestandteil der Burg der Hiunkaku mit seinem "großen Studierzimmer", in dem 142 Tatamis auf die Teilnehmer warten, sowie sieben weitere Räume - jeder von ihnen benannt nach der Aussicht die er präsentiert. Es ist eine angenehme Erfahrung, vom "Wellen"-Zimmer direkt in den Sakura No Baba zu wechseln, wo im Frühjahr 90 Kirschbäume blühen.

Ein Genuss als zweites Zuhause

Das Takamatsu Kunst-Museum wurde im Jahre 1988 im Zentrum der Stadt erbaut. Es befindet sich in einem sehr modernen und geräumigen Gebäude voller Luft und Licht. Die ständige Ausstellung ist relativ klein und beschäftigt sich mit Fragen des Glaubens (unter den Exponaten gibt es vor allem Buddhistische Schriftrollen, religiöse Gegenstände und esoterische Bilder) aber Sie finden hier auch die Kabine eines mittelalterlichen Schiffes, mit dem die Mächtigen des Landes zur See reisten.
Doch das Herzstück des Museums sind seine Gast-Ausstellungen, die sich mit einer ganzen Reihe von Themen befassen. Eines der interessantesten Beispiele der letzten Zeit widmete sich den Veränderungen des Landes (und insbesondere der Präfektur Takahiro Kagawa) während der letzten 60 Jahre. Alte Gegenstände (wie die Fernseher aus den 1950er Jahren), Technologien und Häuser – sehen plötzlich sehr europäisch aus. Während Japan per se eine faszinierende Welt ist, erinnert einen das moderne Bild des Landes an das Konzept vom globalen Dorf: Manchmal ist es möglich, um die halbe Welt zu reisen, um sich wie zu Hause zu fühlen.

Bonsai, nicht Banzai!

„Banzai" ist der berühmte Ausruf, der wörtlich "10.000 Jahre!" bedeutet. Bonsai dagegen ist eine Variation der Kiefer. Ganz häufig werden die beiden Begriffe von Fremden verwechselt - und Takamatsu kann möglicherweise einen Hinweis auf den Grund für diese Verwirrung geben. Die Stadt ist ein berühmtes Zentrum der Bonsai-Bäume, und einige von ihnen beeindrucken allein dadurch, wie alt sie bereits sind. Es ist in der Tat bereits 400 Jahre her, seit die Stadt während der Edo-Periode begann, diese Bäume zu kultivieren. Es gibt vier Arten von Bonsai benannt nach der Farbe Ihrer Rinde - und Takamatsu bietet eine große Chance von allen vier Sorten an ihrem Geburtsort.

Ein Ölzweig

Japanischer als Bonsai kann es nicht mehr werden, und so stammen die Oliven auch aus ganz anderen Teilen der Welt. Trotzdem lohnt sich die 40 Kilometer lange Tour auf die Insel Shodoshima, um zu sehen, wie diese ausländischen Früchte im Fernen Osten ihren zweiten Wohnsitz gefunden haben. Die ersten Olivenbäume auf Shodoshima gab es im Jahr 1908, und seitdem wurde die Insel zum größten Hersteller von Oliven und Olivenöl in Japan. Nach und nach entwickelte sich die Anlage zu einer touristischen Attraktion mit einem Oliven-Museum, der Nachbildung einer original griechischen Mühle, einem von heißen Quellen gespeisten öffentlichen Badehaus und einer Vielzahl faszinierender Aussichten.

Ein lokales Dorf

Während Oliven dazu dienen können, eine geistigen Zusammenhang zwischen Japan und Griechenland herzustellen, hat Shikoku Mura (das Dorf Shikoku) unsichtbare Brücken nach Nordeuropa (vor allem Skandinavien) und Kanada gebaut. Ein Freiluft-Museum am Fuß des Bergs Yashima in Takamatsu dient als Stätte für eine Vielzahl von alten Gebäuden von überall auf der ganzen Insel. Die alten Bauernhäuser und Fabriken sind bereits sehr interessant, doch die Highlights der Sammlung sind wahrscheinlich ein Kabuki-Theater, in dem tatsächlich hin und wieder Aufführungen stattfinden sowie und eine weitere japanische Erfindung – eine Hängebrücke aus Weinreben, eine faszinierende Mischung aus Wein, Holz und Stahl-Kabel.    

Eine kleine Insel

Als Abschied von Takamatsu könnte man die "Insel auf der Insel" besuchen: die Insel Ogijima, auf der es ein einziges Dorf gibt. Die Insel ist 2 Kilometer lang und 1 Kilometer breit und es leben nur 200 Menschen auf ihr. Trotz seiner geringen Größe verfügt Ogijima über einen Leuchtturm mit einem angeschlossenen Museum und sogar über einen Schrein, zu dem schwangere Frauen kommen, um für eine sichere Niederkunft zu beten (ein Echo der Pilgerroute, da diese sehr hoch spezialisierten Häuser des Glaubens sehr typisch für Japan zu sein scheinen).
Die Insel beherbergt außerdem einige Kunstwerke, die nach der Setouchi Kunst-Triennale hier verbleiben. Es ist eine 40-minütige Fahrt mit der Fähre von Takamatsu zu Ogijima, und der Preis ist 510 Yen.

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Zahlen

Landesvorwahl :
JP
Postleitzahl :
761-0130
Breite :
34.39017
Länge :
134.12916
Zeitzone :
Asia/Tokyo
Zeitzonenbezeichner :
UTC+9
Sommerzeit :
N

Nachbarstädte

  • Sanuki ~13 km
Booking.com

Begleiten Sie uns !

Wie kommt man hin ?

Es ist erwartungsgemäß sehr einfach - und auch relativ preisgünstig - von überall auf Shikoku und sogar von der Hauptinsel Honshu nach Takamatsu zu gelangen. Während ein Flug mit JAL oder ANA von Tokios Haneda Flughafen nach Takamatsu mit 32.000 Yen (ca. 230 Euro) etwas teurer ist, (aber ziemlich oft ist es möglich, verbilligte Tickets für nur 26.000 und sogar nur 14.000 Yen zu erhalten), verlangt Jetstar für die gleiche Strecke nur 5000 Yen für ein einfaches Ticket. Die Flugzeit beträgt ca. 80 Minuten.
Die Zugfahrt ist natürlich langsamer - zwischen 4,5 und 5,5 Stunden, je nachdem, welchen Zug Sie nehmen - und Sie müssen in Okayma einmal umsteigen.  Es gibt auch eine Verbindung zwischen Tokio und Takamatsu ohne Umsteigen, die ungefähr das Gleiche kostet (zwischen 14.000 und 20.000 Yen), doch die Fahrt dauert zweimal so lange (9,5 Stunden). Dafür ist sie auch komfortabler, denn diese Zugverbindung wird von Nacht-Zügen gefahren, in denen private Abteile mit Teppichboden im Preis enthalten sind. Die Eisenbahn in Japan ist sehr effizient und gut organisiert und hat ein großes Netzwerk mit vielen Zielorten.  Jedoch sind wegen der hohen Qualität der Bahnstrecken die Preise recht hoch. Wenn Sie sich dafür entscheiden, einen Bus zu nehmen, können Sie etwa zum gleichen Preis von Tokio nach Takamatsu fahren (ein einfaches Ticket kostet 10.000 Yen). Auch dies ist ein Nacht-Service.

Transport von Takamatsu

Internationaler Flughafen
Takamatsu ~22 km
Anderen Verkehrsmitteln
Okayama ~48 km

Stadt Takamatsu (Shikoku)

japan

Präsentation

Takamatsu befindet sich im nördlichen Teil der Insel Shikoku, der südlichsten der vier japanischen Hauptinseln. Es ist eine Hafenstadt und gleichzeitig der am nächsten gelegene Hafen der Insel zur Nachbarinsel Honshu, auf der beide japanischen Metropolen (die alte, Kioto, und die neue, Tokio) liegen. Aus diesem Grund wurde Takamatsu schon immer als strategisch wichtig angesehen - sowohl von Freunden wie von Feinden. Im Mittelalter wählten die lokalen Feudalherren (Daymio) es als ihre befestigte Residenz – wodurch Takamatsu de facto zum Zentrum ihres  Machtbereichs wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt als bedeutender Industriestandort für kriegswichtige Produkte von der US-Militärregierung als wesentliches Ziel deklariert - und 800 Tonnen Brandbomben zerstörten fast 4/5 der Stadt. Nach dem Krieg wurde Takamatsu – nunmehr wieder aufgebaut und erweitert – zur Hauptstadt der Präfektur Kagawa. Heute ist die Stadt ein blühendes Zentrum mit Niederlassungen weltweit bedeutender Unternehmen.

Die stadt Takamatsu gehört zu der region Shikoku, zu der präfektur Kagawa und zu der distrikt Takamatsu.

Die stadt zählt Takamatsu erstreckt sich über 375,09 km² und zälht 419.212 Einwohner (Volkszählung von 2010) für eine Dichte von 1.117,63 Einwohner pro km².
Die Bürgermeister der stadt Takamatsu ist Hideto Onishi.
Der französische Name der stadt ist Takamatsu-shi, der englische Name der stadt ist Takamatsu.
Die Website von Takamatsu http://www.city.takamatsu.kagawa.jp

Points oder Interessen

Der Shikoku Pilgerweg

Eine Reise nach Japan ist eine einzigartige Gelegenheit, etwas wirklich Neues zu sehen. Viele der bekannten Sehenswürdigkeiten finden sich in japanischen Städten, so auch in Takamatsu. Es ist jedoch viel faszinierender, die traditionellen Stätten aufzusuchen, die Japan so zeigen, wie es seit Jahrhunderten war, und die den Geist seiner Philosophie bewahren. Wenn Sie über ein typisch orientalisches Bauwerk stolpern, das sofort an ein Märchenschloss erinnert und gemeinhin als „der 80. heilige Ort des Shikoku-88-Pilgerwegs“ bezeichnet wird, können Sie sicher sein, so etwas Traditionelles gefunden zu haben!
Das Konzept ist ganz einfach: Wählen Sie einfach 88 Tempel rund um die Provinz (die man allerdings erst einmal bauen musste!), nennen Sie sie einen Pilgerweg und schon strömen Tag für Tag, Jahr für Jahr viele Tausende von Menschen zwischen den Tempeln hin und her. Viele werden aus religiösen Gründen kommen, andere aus bloßer Neugier - was auch immer die Motivation der Pilger sein mag, sie bilden Teil eines kulturellen Phänomens.
Die Vielzahl der Tempel ist wirklich beeindruckend - im Aussehen wie im Zweck. Der Yakurigi-Tempel zum Beispiel wird von vielen besucht, die für ein erfolgreiches und profitables Geschäft beten!

Ein nationale Schönheit

Das Wort "Tempel" ist eins der ersten, die in den Sinn kommen, wenn man von Japan spricht – ein anderes ist vermutlich "Garten", denn typische Japanische Gärten werden überall auf der Welt als eine Oase der Schönheit und Ruhe angesehen – ob in Kalifornien oder in der letzten Ecke von Europa. Man kann man sich also vorstellen, wie bedeutend das Konzept in Japan selbst ist, und einige der Gärten in Japan sind bekannter als andere. Die wichtigsten Gärten sind mit dem Titel "Nationale besondere landschaftliche Schönheit" ausgezeichnet, und der Ritsurin Koen (was wörtlich Kastanienwäldchen bedeutet) in Takamatsu ist der größte dieser besonders ausgezeichneten Gärten. Er ist außerdem einer der sehr wenigen Orte in Japan, die vom Grünen Michelin mit drei Sternen - der höchsten Bewertung für Sehenswürdigkeiten – ausgezeichnet wurden.
Die sechs Teiche und dreizehn Hügel des Ritsurin sind so angelegt, dass sie den Berg Shiun als Hintergrundkulisse haben. Die Blumen in diesem Park verwelken nie und durch ihre enorme Vielfalt verändert sich die Landschaft buchstäblich mit jedem Schritt - ein fantastisches Konzept, das sich im Motto des Gartens "Ein Schritt - eine Landschaft!" widerspiegelt.
Es dauerte 120 Jahre, dieses atemberaubende Schmuckstück in Takamatsu zu erschaffen.

Hart wie ein Aji!

Japanische Gärten werden als "Schulen des Lebens" angelegt, um den Geist der Nation und ihrer Lebens-Philosophie zu reflektieren. Ruhige Kontemplation ist eine der tragenden Säulen der japanischen Philosophie und die Erkennung der eigenen Grenzen eine andere. Das japanische Konzept der Beobachtung beinhaltet sowohl das Erlangen von Wissen als auch die Erkenntnis, dass dieses Wissen niemals absolut sein kann und der Vorgang des Lernens nie abgeschlossen. Dies ist die Grundlage des berühmtesten philosophischen Schaffens in Japan, des Gartens der Steine, dessen 15 Steine niemals gleichzeitig zu sehen sind. Durch diese Art von Garten wurde der "Stein" als solcher zu einem wichtigen kulturellen Konzept in Japan.
Das Stein-Museum der Stadt Takamatsu basiert auf diesem Konzept. Es präsentiert die Geschichte der Herstellung der berühmten Aji-Ishi-Steine, die für eine Reihe von einzigartigen Eigenschaften bekannt sind. Die Steine zählen zu den härtesten der Welt, und ein Text, der in sie gemeißelt wurde, kann Jahrhunderte später immer noch gelesen werden. Nach dem Polieren beginnt der Aji zu glänzen und ein unnachahmliches schwarz-weißes Muster zeigt sich auf seiner Oberfläche.
Das Museum arbeitet mit Dioramen, um den Prozess Schritt-für-Schritt zu erläutern - vom Schneiden der Steine bis zur Bearbeitung, die ihnen ihre optimale Form gibt. Es gibt mehr als 1000 Exponate zum Anfassen – um das Ganze zu einer lebendigeren, praktischen Erfahrung zu machen.

Eine Burg auf dem Wasser

Sightseeing in Japan kann eine ungewöhnliche und vielleicht seltsame Erfahrung sein, denn unbewusst muss man viele bekannte Konzepte mehrfach neu definieren. Ein Garten voller Philosophie und Schönheit ist eine solche Gelegenheit, aber eine mittelalterliche Burg, die aussieht wie ein exotischer Wasservogel ist ein noch markanteres Beispiel. Die von  Chikamasa Ikoma, dem ersten Feudalherrn der Stadt erbaute Burg Takamatsu wurde sogar in einem Song als "über dem Meer in Sanuki" liegende Feste verewigt. Dabei sollte sie vor allem das sein, was man eigentlich von einer Burg erwartet, nämlich ein Bollwerk gegen die Feinde des Eigentümers. Ihre drei Wassergräben - dies ist eine von nur drei Burgen in ganz Japan, die durch tiefe Gräben geschützt sind - sind ein guter Beweis für diese Absicht. Die gute Sicht aus dem dreistöckigen Turm war ebenfalls für strategische Zwecke notwendig.
Doch die Zeiten haben sich geändert und heute ist das wesentliche Bestandteil der Burg der Hiunkaku mit seinem "großen Studierzimmer", in dem 142 Tatamis auf die Teilnehmer warten, sowie sieben weitere Räume - jeder von ihnen benannt nach der Aussicht die er präsentiert. Es ist eine angenehme Erfahrung, vom "Wellen"-Zimmer direkt in den Sakura No Baba zu wechseln, wo im Frühjahr 90 Kirschbäume blühen.

Ein Genuss als zweites Zuhause

Das Takamatsu Kunst-Museum wurde im Jahre 1988 im Zentrum der Stadt erbaut. Es befindet sich in einem sehr modernen und geräumigen Gebäude voller Luft und Licht. Die ständige Ausstellung ist relativ klein und beschäftigt sich mit Fragen des Glaubens (unter den Exponaten gibt es vor allem Buddhistische Schriftrollen, religiöse Gegenstände und esoterische Bilder) aber Sie finden hier auch die Kabine eines mittelalterlichen Schiffes, mit dem die Mächtigen des Landes zur See reisten.
Doch das Herzstück des Museums sind seine Gast-Ausstellungen, die sich mit einer ganzen Reihe von Themen befassen. Eines der interessantesten Beispiele der letzten Zeit widmete sich den Veränderungen des Landes (und insbesondere der Präfektur Takahiro Kagawa) während der letzten 60 Jahre. Alte Gegenstände (wie die Fernseher aus den 1950er Jahren), Technologien und Häuser – sehen plötzlich sehr europäisch aus. Während Japan per se eine faszinierende Welt ist, erinnert einen das moderne Bild des Landes an das Konzept vom globalen Dorf: Manchmal ist es möglich, um die halbe Welt zu reisen, um sich wie zu Hause zu fühlen.

Bonsai, nicht Banzai!

„Banzai" ist der berühmte Ausruf, der wörtlich "10.000 Jahre!" bedeutet. Bonsai dagegen ist eine Variation der Kiefer. Ganz häufig werden die beiden Begriffe von Fremden verwechselt - und Takamatsu kann möglicherweise einen Hinweis auf den Grund für diese Verwirrung geben. Die Stadt ist ein berühmtes Zentrum der Bonsai-Bäume, und einige von ihnen beeindrucken allein dadurch, wie alt sie bereits sind. Es ist in der Tat bereits 400 Jahre her, seit die Stadt während der Edo-Periode begann, diese Bäume zu kultivieren. Es gibt vier Arten von Bonsai benannt nach der Farbe Ihrer Rinde - und Takamatsu bietet eine große Chance von allen vier Sorten an ihrem Geburtsort.

Ein Ölzweig

Japanischer als Bonsai kann es nicht mehr werden, und so stammen die Oliven auch aus ganz anderen Teilen der Welt. Trotzdem lohnt sich die 40 Kilometer lange Tour auf die Insel Shodoshima, um zu sehen, wie diese ausländischen Früchte im Fernen Osten ihren zweiten Wohnsitz gefunden haben. Die ersten Olivenbäume auf Shodoshima gab es im Jahr 1908, und seitdem wurde die Insel zum größten Hersteller von Oliven und Olivenöl in Japan. Nach und nach entwickelte sich die Anlage zu einer touristischen Attraktion mit einem Oliven-Museum, der Nachbildung einer original griechischen Mühle, einem von heißen Quellen gespeisten öffentlichen Badehaus und einer Vielzahl faszinierender Aussichten.

Ein lokales Dorf

Während Oliven dazu dienen können, eine geistigen Zusammenhang zwischen Japan und Griechenland herzustellen, hat Shikoku Mura (das Dorf Shikoku) unsichtbare Brücken nach Nordeuropa (vor allem Skandinavien) und Kanada gebaut. Ein Freiluft-Museum am Fuß des Bergs Yashima in Takamatsu dient als Stätte für eine Vielzahl von alten Gebäuden von überall auf der ganzen Insel. Die alten Bauernhäuser und Fabriken sind bereits sehr interessant, doch die Highlights der Sammlung sind wahrscheinlich ein Kabuki-Theater, in dem tatsächlich hin und wieder Aufführungen stattfinden sowie und eine weitere japanische Erfindung – eine Hängebrücke aus Weinreben, eine faszinierende Mischung aus Wein, Holz und Stahl-Kabel.    

Eine kleine Insel

Als Abschied von Takamatsu könnte man die "Insel auf der Insel" besuchen: die Insel Ogijima, auf der es ein einziges Dorf gibt. Die Insel ist 2 Kilometer lang und 1 Kilometer breit und es leben nur 200 Menschen auf ihr. Trotz seiner geringen Größe verfügt Ogijima über einen Leuchtturm mit einem angeschlossenen Museum und sogar über einen Schrein, zu dem schwangere Frauen kommen, um für eine sichere Niederkunft zu beten (ein Echo der Pilgerroute, da diese sehr hoch spezialisierten Häuser des Glaubens sehr typisch für Japan zu sein scheinen).
Die Insel beherbergt außerdem einige Kunstwerke, die nach der Setouchi Kunst-Triennale hier verbleiben. Es ist eine 40-minütige Fahrt mit der Fähre von Takamatsu zu Ogijima, und der Preis ist 510 Yen.

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Zahlen

Landesvorwahl :
JP
Postleitzahl :
761-0130
Breite :
34.39017
Länge :
134.12916
Zeitzone :
Asia/Tokyo
Zeitzonenbezeichner :
UTC+9
Sommerzeit :
N

Nachbarstädte

  • Sanuki ~13 km
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Wie kommt man hin ?

Es ist erwartungsgemäß sehr einfach - und auch relativ preisgünstig - von überall auf Shikoku und sogar von der Hauptinsel Honshu nach Takamatsu zu gelangen. Während ein Flug mit JAL oder ANA von Tokios Haneda Flughafen nach Takamatsu mit 32.000 Yen (ca. 230 Euro) etwas teurer ist, (aber ziemlich oft ist es möglich, verbilligte Tickets für nur 26.000 und sogar nur 14.000 Yen zu erhalten), verlangt Jetstar für die gleiche Strecke nur 5000 Yen für ein einfaches Ticket. Die Flugzeit beträgt ca. 80 Minuten.
Die Zugfahrt ist natürlich langsamer - zwischen 4,5 und 5,5 Stunden, je nachdem, welchen Zug Sie nehmen - und Sie müssen in Okayma einmal umsteigen.  Es gibt auch eine Verbindung zwischen Tokio und Takamatsu ohne Umsteigen, die ungefähr das Gleiche kostet (zwischen 14.000 und 20.000 Yen), doch die Fahrt dauert zweimal so lange (9,5 Stunden). Dafür ist sie auch komfortabler, denn diese Zugverbindung wird von Nacht-Zügen gefahren, in denen private Abteile mit Teppichboden im Preis enthalten sind. Die Eisenbahn in Japan ist sehr effizient und gut organisiert und hat ein großes Netzwerk mit vielen Zielorten.  Jedoch sind wegen der hohen Qualität der Bahnstrecken die Preise recht hoch. Wenn Sie sich dafür entscheiden, einen Bus zu nehmen, können Sie etwa zum gleichen Preis von Tokio nach Takamatsu fahren (ein einfaches Ticket kostet 10.000 Yen). Auch dies ist ein Nacht-Service.

Transport von Takamatsu

Internationaler Flughafen
Takamatsu ~22 km
Anderen Verkehrsmitteln
Okayama ~48 km